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Soziale Gruppe   [Geschlechterforschung - Kinder- und Jugendsoziologie - Alterssoziologie - Ethnische Gruppe]

- Soziale Gruppe -

Innenpolitische Aspekte siehe unter Innenpolitik nebst Untergruppen. Dort insbes. Sozialpolitik und Politische Bewegung (Extremismus, Rassismus u. a.)

Islamismus / Islamisten : eine kurze Begriffsgeschichte
Alexander Lasch. - Ill., zahlr. graph. Darst. - 3 Anm. // In: Lasch, Alexander: Sprachpunkt / Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Germanistisches Seminar, Professur für Deutsche Sprachwissenschaft. - Kiel, vom 15. Januar 2013
Wortbildungen mit -ist, -ismus, -istisch weisen, oftmals stigmatisierend, Gruppenzugehörigkeiten zu; dazu Beispiele. Eine Recherche im Google N-Gram-Viewer nach Islamism (eng_gb_2012 und eng_us_2012), Islamisme (fre_2012) und Islamismus (ger_2012) für den Zeitraum 1800-2008 ergibt Anhaltspunkte für die Verwendungshäufigkeit der Begriffe. Recherchen in Google Bücher, zeno.org. und im "Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache des 20. Jahrhunderts (DWDS)" liefern Belege, die vermuten lassen, daß die Begriffe im 19. / beginnenden 20. Jh. wertneutraler als gegenwärtig verwendet wurden, so "Islamismus" in deutschsprachigen Quellen vor 1900 synonym mit "Islam", heute stigmatisierend für eine ideologische Haltung und deren (militante) Anhänger als Verfechter eines fundamentalistischen Islams. Nach 1970 stieg, korrespondierend mit der weltweiten Zunahme islamistischer Terroranschläge, die Verwendungshäufigkeit von Islamismus / Islamism / Islamisme stark an, dies in bes. Maß in Deutschland nach 1977 ("Deutscher Herbst"). Dasselbe gilt für die Begriffe Islamisten, Terrorismus / Links- / Rechtsterrorismus, nach 1986 auch für islamistisch / Islamist, wobei Adjektiv-Substantiv-Verbindungen mit Terrorismus / Terroristen seltener eingegangen werden. Bei anderen -isten (Sozialist, Imperialist etc.) steht die Weltanschauung, bei "Islamist" mehr der Anhänger der Weltanschauung im Vordergrund. - Hypothesen als Anregung für intensivere Forschungen. [Ersteintrag in der VAB: 10.01.2017]

Miteinander leben : Christen und Muslime in der Bundesrepublik Deutschland ; [Beiträge einer Fachtagung, die in Zusammenarbeit mit der Katholischen Akademie Rabanus Maurus vom 4. bis 6. März 1996 in Wiesbaden-Naurod durchgeführt wurde]
Udo Marquardt. Deutsche Kommission Justitia et Pax. - 3. Aufl. - Bonn, 1999. - 168 S. - (Schriftenreihe Gerechtigkeit und Frieden) (Deutsche Kommission Justitia et Pax: Arbeitspapier ; 77)
Wege zum friedlichen Zusammenleben deutscher und ausländischer Bürger am Beispiel christlich-islamischer Begegnung, wobei die Kirche ihren Auftrag darin sieht, Partner im Dialog zu sein. Keine Beschränkung auf auf Glaubensinhalte zurückgehende Problemfelder, da realiter Spannungen zwischen den Menschengruppen in vielfach als Ausländerproblematik anzusehen sind. Dokumentiert den 2. Teil des Projekts "Bedrohung Islam? - eine Versöhnungsstrategie". Im Zentrum stand das Gespräch mit Experten verschiedener Fachrichtungen, Praktikern aus der pädagogischen und politischen Arbeit sowie mit Repräsentanten muslimischer Gemeinden und Organisationen. Neben einer analytischen Problembeschreibung galt es vor allem, Lösungsansätze für die gesellschaftlichen und politischen Konfliktfelder zu finden. Der abschließende Beitrag skizziert eine Strategie des Zusammenlebens. Probleme auf der Ebene der Grundlagen des Zusammenlebens: Menschenrechte, Grundgesetz, Religionsfreiheit und Chancengleichheit. Von deutscher Seite sind Anstrengungen auf den Gebieten Wohnen, Moscheebau, Friedhöfe, Religionsunterricht, islamische Feiertage, Rechtsstatus der Religionsgemeinschaften, Verbot des Schächtens notwendig, von muslimischer Seite auf den Gebieten Bekenntnis zum Grundgesetz und zu den Menschenrechten, Freiheit zum Religionswechsel, Achtung der Minderheitenrechte, Gleichberechtigung der Frau, Gebot der Gegenseitigkeit. [Ersteintrag in der VAB: 19.12.2001] [VAB-Eintrag aktual.: 27.01.2015]

Die Geschichte des Globalen Gehirns
Howard Bloom. - Last modified: 01.02.2000. - Hannover : Heise, 1997-2000
197 Anm. - Aus d. Engl. übers.

Namhafte Wissenschaftler prognostizieren die Entstehung einer weltweiten, durch Computernetze verbundenen Intelligenz. Dem würden ebenso namhafte Evolutionswissenschaftler, die das sog. Konzept der individuellen Selektion vertreten, widersprechen. Neben diese evolutionswissenschaftliche Schule traten, heftig und kontrovers diskutiert, die Verfechter der Theorie der Gruppenselektion. Ihnen zufolge sind die Individuen bereit, ihre einzigartige genetische Erbschaft für das Interesse eines größeren Ganzen zu opfern - eine Voraussetzung, um das globale Gehirn und das planetare Nervensystem zu ermöglichen. Seit Mitte der 90er Jahre vertritt eine wachsende Zahl an Wissenschaftlern die These, individuelle und Gruppenselektion schlössen einander nicht aus. Viele Tiere und die Menschen leben schon immer in einem "Superorganismus", dessen Strukturen sich in ihrer Physiologie mit teilweise erschreckenden Folgen eingeprägt haben. Die Forschungsergebnisse auf dem Gebiet der Netze in technischen, sozialen und biologischen Systemen könnten ein radikales Umdenken in den Sozialwissenschaften und in der Evolutionstheorie notwendig machen. Beispielsweise ist die gegenwärtig im Zuge der Globalisierung verlaufende Abschaffung des Wohlfahrtsstaates als eine Form der Gruppenselektion anzusehen. (VAB) [Ersteintrag in der VAB: 12.03.2000] [VAB-Eintrag aktual.: 06.01.2007]

 

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Oben Ersterstellung: 22.08.1999. Letzte Aktual.: 23.01.2017. © Ingrid Strauch 1999/2017