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Geschichtswissenschaft   [Allgemeines - Archäologie - Politische Geschichte - Weltgeschichte - Europa - Asien - Amerika - Sonstiges]
Politische Geschichte  

- Politische Geschichte -

Erfahrung im 20. Jahrhundert : methodische Perspektiven einer "Neuen Politikgeschichte"
Jörn Leonhard. - Ill. // In: Was heißt und zu welchem Ende studiert man Geschichte des 20. Jahrhunderts? / hrsg. von Norbert Frei. - Göttingen: Wallstein Verl., 2006. - S. 156 - 163
Historische Erfahrung als Leitkategorie der Erforschung des 20. Jh. Begriff, Bedingungen, Umfeld von Erfahrung. Forschungsfelder, die sich unter der Prämisse der diachronen und synchronen Unterschiedlichkeit von Erfahrungen und Wirklichkeitsdeutungen der Gesellschaften ergeben, und die sprachliche Erfahrungsdeutung und ihre komparative Dimension in den Mittelpunkt stellen: Deutungsmuster aus dem Wortfeld von "Politik"; Deutungsmuster politisch-sozialer Grundbegriffe, Fortentwicklung der historischen Semantik; nationale Konnotationen von Dispositionsbegriffen, die von unterschiedlichen Erfahrungshintergründen und Zukunftsprojektionen zeugen; unterschiedliche Verstehensweisen von Orts- und Raumchiffren, ihre emotionale Aufladung und politische und gesellschaftliche Instrumentalisierung in West- und osteuropäischen Kontexten; über isolierte Begriffe hinausgehende Argumentationsgeschichten, entsprechende Deutungsmuster. - Methodische Probleme, Erklärungsgrenzen, Chancen und Potentiale einer Neuen Politikgeschichte als Paradigma einer Erfahrungsgeschichte des 20. Jh. Nicht zuletzt bildet sich in der Vielfalt und Uneindeutigkeit, Ambivalenz und Ungleichzeitigkeit, die die Erfahrungsgeschichte einbringt, das 20. Jh. ab und bewahrt somit vor einer vorschnellen Konstruktion von generalisierenden europäischen Wertvorstellungen und Deutungsparadigmen. [Ersteintrag in der VAB: 21.10.2015]

Sicherheit als Kultur : Überlegungen zu einer "modernen Politikgeschichte" der Bundesrepublik Deutschland
Eckart Conze. - 85 Anm. // In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte. - 56 (2008),3, S. 357 - 380
These: Das Thema Sicherheit ist heuristisch und sachlich als Analysekategorie für die seit den 1970er Jahren von der Geschichtswissenschaft geforderte "moderne Politikgeschichte" geeignet. Staat und Staatshandeln ließen sich in sozialen und wirtschaftlichen Kontexten und sowohl innerstaatlich / innergesellschaftlich als auch inter- und transnational betrachten, ohne sich in diesen Aspekten zu verlieren. Sicherheit wäre nicht nur als Ziel von Regierungshandeln, sondern auch als sozialkultureller Horizont, auch ein Sicherheitsdiskurs wäre zu untersuchen. Das Thema hat aktuelle Bedeutung. Sicherheit bildet in ihrer Multidimensionalität einen Grund- und Wertbegriff - Zentralbegriff - der politisch-sozialen Sprache. Aus Sicherheitswahrnehmung und -gefühl erwachsen Handlungen sowie gesellschaftlicher, politischer Wandel und werden Zukunftsbewußtsein und -erwartungen geprägt: ein genuiner Gegenstand der Geschichtswissenschaft. - Aspekte und Bedeutung von Sicherheit und Politik der Sicherheit in der Geschichte der Bundesrepublik: die1950er Jahre; die Zeit der Großen Koalition 1966-1969; die Zeit unter der Kanzlerschaft Willy Brandts sowie Helmut Schmidts; die seit Mitte der 1970er Jahre mit dem aufkommenden Neoliberalismus und globalen Umweltrisiken zunehmende internationale Dimension, Entwicklungen, in deren Folge Ulrich Beck in den 1980er Jahren den Begriff der Risikogesellschaft prägte; die Auswirkung von Friedensbewegung, Rüstungswettlauf, Ost-West-Konflikt auf das Sicherheitsverständnis. - Zur Sicherheit als Kultur, mit inbegriffen Vertrauen bzw. Mangel daran sowie Unsicherheit. Letzere wird zunehmen, die Suche der Menschen nach Sicherheit bleibt. Ein Thema für "moderne Politikgeschichte". [Ersteintrag in der VAB: 21.10.2015]

Staat/Staatsformen
Werner Goldschmidt. - 127 Anm. - 27 S. // In: Enzyklopädie Philosophie / H. J. Sandkühler (Hrsg.). - Hamburg. - 2. 1999
Staatsbegriff. Historischer Abriß der Staatstheorie / Staatsphilosophie, der konkreten Ausprägungen des Staates, schließlich Ausblick auf ein "postnationales" Zeitalter. - Vor- und Frühgeschichte von Staatlichkeit: Staatsentstehung, europäische Antike. - Der mittelalterliche Feudalstaat. - Der (europäische) Nationalstaat. - Bürgerliche Revolution, von der konstitutionellen Monarchie zur repräsentativen Demokratie. - Die Zukunft des Staates in einer "postnationalen Konstellation", die postnationale Konstellation im internationalen Staatensystem: Weltmarkt, Konkurrenz der Nationalstaaten, faktische Irreversibilität der Globalisierungsprozesse, internationale politische Organisationen (Vereinte Nationen), Utopie einheitlicher "Weltstaat" oder - vorzugshalber - "föderale Weltrepublik". [Ersteintrag in der VAB: 19.10.2015]

Den Wandel gestalten : Strategien der Entwicklung und Transformation
Sabine Donner und Hauke Hartmann, Projektmanager. Bertelsmann Stiftung in Zsarb. mit dem Münchner Centrum für angewandte Politikforschung. - Gütersloh, 2005. - Kt., zahlr. Tab.
Hauptsächlich: Bertelsmann Transformation Index : (BTI). - Erscheint zweijährl. - Aufnahme nach 2005

Die Verbindung von (repräsentativer) Demokratie und (sozial verankerter) Marktwirtschaft ist eine Schlüsselkomponente für die Zukunftsfähigkeit von Staaten. Will die politische Steuerung der Prozesse des friedlichen Wandels von autoritären Regimen und staatsdominierten Wirtschaftsordnungen zu Demokratie und Marktwirtschaft unterstützen. BTI, Ranking von 116 Entwicklungs- und Transformationsländern. Index zum Entwicklungsstand nach Kriterien der politischen Transformation und der Transformation zur Marktwirtschaft. Management-Index der politischen Steuerungsleistung in den zurückliegenden fünf Jahren. Dazu Landesgutachten mit Transformationsgeschichte, Prüfung der Kriterien, Wirtschaftsindikatoren, Bewertung des Transformationsmanagements, Ausblick. - Definiert außerdem für ausgewählte Länder - derzeit nur Irak - Politikempfehlungen: Kernaufgaben, politische Prioritäten, Lösungsansätze, Strategien. - Weitere Aktivitäten erwähnt: Fortbildungsprogramm für junge Führungskräfte mit Ziel des Aufbaus persönlicher Beziehungen, sowie internationales Netzwerk der Akteure, dafür jährliche Transformationskonferenz. [Ersteintrag in der VAB: 21.02.2005] [VAB-Eintrag aktual.: 08.09.2016]

 

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Oben Ersterstellung: 22.08.1999. Letzte Aktual.: 10.09.2016. © Ingrid Strauch 1999/2016