Virtuelle Systematik Schlagwörter Verfasser Körperschaften
Allgemeinbibliothek Home Impressum, Datenschutz

 

Technische Wissenschaften   > Allgemeines > Technik und Gesellschaft
Technik und Gesellschaft  

- Technik / Gesellschaft -

Technology paternalism : wider implications of ubiquitous computing
Sarah Spiekermann ; Frank Pallas. // In: Poiesis & Praxis. - 4. 2005
5 Anm., 33 Lit.

In Alltagsgegenstände eingebettete Computer, für den Nutzer des Gegenstands unsichtbar realisiert durch RFID und sensorische Netze, nehmen Umgebungsinformationen auf und berechnen Reaktions-Aktionen, verhalten sich somit in ihrer Umgebung autonom. Dabei ist der den Gegenstand nutzende Mensch Teil der Umgebung. Wissenschaftlich wird der Trend dem Ubiquitous Computing (Ubicomp), auch Ambient Intelligence oder Pervasive Computing, zugerechnet. Weniger als das entstehende Datenschutzproblem ist bisher die Frage untersucht worden, wer in intelligenten Umgebungen wen kontrolliert und wie es intelligenten Gegenständen gestattet werden soll, auf Menschen und Situationen zu reagieren, folglich wie die Kontrolle ausgeübt werden soll. Der Begriff Technologiepaternalismus wird eingeführt: er bringt die Furcht vor einer unkontrollierten autonomen Aktion von Maschinen zum Ausdruck, die nicht von einem darüberstehenden Mensch aufgehoben werden kann. Allgemein wird eine paternalistische Handlung, verkürzt gesagt, vom Betroffenen als freiheitseinschränkend und unausweichlich empfunden, sie ist vorgeblich im Interesse des Betroffenen. Die Befähigung zum Technologiepaternalismus setzt das nahtlose, unauffällige Funktionieren von Ubicomp in der Alltagssituation voraus (Calm Computing). Die entscheidende Frage lautet: wer steht hinter der Technologie, die derart in das menschliche Verhalten eingreift? Drei Interessengruppen werden ausgemacht, Empfehlungen für ein Ubicomp-Design gegeben, das die potentiell negativen Auswirkungen des Technologiepaternalismus' vermeidet. [Ersteintrag in der VAB: 18.04.2015]

Alternative Naturwissenschaften, naturwissenschaftliche Alternativen
AK-ANNA. Hrsg.: Jörg Djuren. Alle Artikel Jörg Djuren, ... - Hannover, 2013
Lit.verz.
Enth. auch: Physik als anarchistische Textpraxis : das Semiotische in den mathematisch-physikalischen Wissenschaften / Jörg Djuren. Hrsg.: Kunst Kultur Kommunikation e.V. - Hannover ; Velber, 2002. - 88 S.
Enth. auch: Selbstbestimmte Technikentwicklung und -nutzung : TextíReader der Tagung in Bremen 19.-21.11.2010 / Hrsg.: Jörg Djuren. - Hannover, 2011. - 144 S.

Daß Technologien wie Gentechnik, Computertechnik, Atomtechnik an Ausbeutung, Sexismus, Rassismus und Kapitalismus Teil haben, haben feministische Kritikerinnen detailliert aufgezeigt. Ergebnisse der bisherigen Diskussion alternativer, über affirmative Kritik hinausgehender Ansätze. Kritik der Naturwissenschaften insgesamt; Gentechnologiekritik; Informationstechnologiekritik; Kritik der Systemtheorie und Systembiologie; Zusammenhang von Militarismus und der Naturwissenschafts- und Technologieentwicklung; Kritik der Medizin und der naturwissenschaftlichen Statistik; Kritik der Nanotechnologie; Thesen für eine Alternative Naturwissenschaft. - Zusammenhang von Medizin, Macht, Politik und Gesellschaft: antifeministische Gewalt; Bevölkerungspolitik und Feminismus; "Dual Use", High Tech für militärische und zivile Nutzungen in Medizin und Kunst, militärisch medizinischer Komplex; Medizinalisierung des Politischen, Thesen zur Funktion von Opferdiskursen. - Kritik der Diskurse über HIV / AIDS in Afrika. Beitr. aus: aus: alaska, Nr. 234. - Nanotechnologie, Kritik und Widerstand; Nanotechnologie in Lebensmitteln, in der Landwirtschaft, in Kosmetik, in Konsumgütern; militärische Interessen; Überwachungstechnologie; Anwendungen in der Medizin. [Ersteintrag in der VAB: 03.08.2013]

Aktionsplan Nanotechnologie 2015
Hrsg.: Bundesministerium für Bildung und Forschung, Referat "Schlüsseltechnologien; Strategie und Grundsatzfragen". - Bonn ; Berlin, 2011. - 57 S. : Ill. - (Ideen, Innovation, Wachstum : die Hightech-Strategie für Deutschland)
41 Anm., 32 Lit., teilw. im Internet

Informationsbroschüre, die technologische Leistungsfähigkeit und internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft im Blickwinkel. Erwartungen der Bundesregierung an die Potentiale der Nanotechnologie, Politikziele, Sachstand, Aktionen. Nanotechnologie als Wirtschaftsfaktor und Gegenstand der Wirtschafts- und Innovationsförderung. Schlüsseltechnologie für Problemlösungen auf den Gebieten Klima/Energie, Gesundheit/Ernährung/Landwirtschaft, Elektromobilität/Verkehr, Telekommunikation/Elektronik, Sicherheitstechnik. Gegenstände der Forschungsförderung und produktbezogener Aktivitäten. Öffentliches Image der Nanotechnologie, Image bei Verbrauchern, dem gelten Untersuchungen sowie die Informations- und Kommunikationspolitik. Risikobewertung, Sicherheitsforschung und gesetzliche Regulierung bei Verbraucherprodukten mit Nanomaterialien, Forschung und Strategien für den Arbeitsschutz sowie Umweltschutz. Internationalisierung der Forschung, Entwicklung und Vermarktung im Rahmen der EU und OECD. [Ersteintrag in der VAB: 15.05.2013] [VAB-Eintrag aktual.: 27.11.2014]

Nanotechnologie nachhaltig gestalten
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland. - Berlin, 2013. - Ill.
Synthetisch hergestellte Nanopartikel werden in vielen Produkten eingesetzt, obwohl ihre Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt ungeklärt sind. Vorschlag für eine EU-Verordnung zur Einführung eines Rechtsrahmens zur Vermarktung und Anwendung von Nanomaterialien. - Definition "Nanomaterial", von Nano-Siliziumdioxid, Nano-Titandioxid und Nano-Zinkoxid, Nano-Silber, Kohlenstoff-Nanokugeln, Kohlenstoff-Nanoröhrchen, Nanokapseln ausgehende Gesundheits- und Umweltrisiken. Anwendungsbereiche in Alltagsprodukten: Lebensmittel und Verpackungen, Küchen- und Haushaltsartikel, Kosmetika und Sonnenschutz, Textilien, Laserdrucker und -kopierer, Umwelttechnologien, Agro-Chemikalien, Medizin. Hinsichtlich Risiken besteht dringender Forschungsbedarf. Risikopotential ist laut Studien gegeben, inwieweit Langzeitschäden zu erwarten sind, ist nicht bekannt. Ethische Fragestellungen betreffen: Nanoanwendungen bei Krankheiten, "synthetische Biologie", "künstlicher Mensch"; wirtschaftliche Auswirkungen, globale Gerechtigkeit (Konzernmacht, Macht der Industrienationen); ökologischer Fußabdruck. [Ersteintrag in der VAB: 13.05.2013]

Nanomaterials : undersized, unregulated and already here ; report
by Olaf Bayer. Corporate Watch. - Oxford, 2007. - 25 S. : Tab.
Nanotechnologie hat das Potential, lebende und tote Materie zu formen und zu manipulieren. Aus Nano-Perspektive betrachtet ist die gesamte Materie gleich, neue Strukturen entstehen durch Neuanordnung auf atomarer und molekularer Ebene. Auf Nano-Ebene verhalten sich Substanzen anders, nehmen andere Eigenschaften an als das größere Material. Auswirkungen synthetischen Nanomaterials auf Gesundheit und Umwelt sind nicht erforscht, es mehren sich Anzeichen für die Schädlichkeit von Nanoprodukten. Forschung und politische Regulierung hinken hinter dem Marktgeschehen hinterher. Liste größerer Hersteller von Nano-Materialien, international. Auf dem Markt bzw. in Entwicklung befindliche Konsumgüter mit synthetischen Nanopartikeln in Großbritannien: Sonnenschutzcremes, Kosmetika, Kleidung, Sportausrüstung, Heilmittel, Hygiene- und Reinigungsprodukte, Haushaltsgeräte, Kraftfahrzeuge und Kraftstoffe, Lebensmittel und Lebensmittelverpackungen. Mögliche Gesundheitsgefahren. Gesellschaftliche und wirtschaftliche Auswirkungen. Forderungen nach politischer Regulierung und einem Moratorium des Einsatzes von Nanomaterialien. Bedenken der Versicherungsindustrie in Erinnerung an Schadensersatzforderungen aufgrund von Schäden durch Asbest. [Ersteintrag in der VAB: 11.04.2013]

Late lessons from early warnings
European Environment Agency. - Copenhagen K. - (EEA report ; ...)
2. Science, precaution, innovation. - 2013. - 746 S. : Tab., Ill., graph. Darst. - (... ; 1/2013). - Literaturangaben

Ausgehend von Lehren aus allgemein anerkannten Umwelt- und Gesundheitstragödien aufgrund fehlenden Vorsorgeverhaltens bei riskanten Technologien im Volume 1 (2001), jetzt 20 Fallstudien zu potentiellen Risiken, wie sie von gentechnisch veränderten Organismen, Nanotechnologie, chemischen Stoffen wie Bisphenol A, neuen Pestiziden, Mobiltelephonen (Hirntumore) und Neobiota ausgehen. Die Studien decken die Beziehung zwischen der Wissenschaft und mächtigen Interessengruppen, die Kurzsichtigkeit der Experten, die Regulierungsentscheidungen wissenschaftlich fundieren sollen ("regulatory science"), und ihre Rolle bei der Identifizierung, Bewertung und Steuerung von Risiken auf. Untersuchen auch Fälle von Vorsorgeentscheidungen aufgrund von Risiko-Anzeichen, die sich später als gegenstandslos erwiesen. Themengruppen: Gesundheitsrisiken; Umweltrisiken; Risiken aus aktuell aufkommenden Technologien; Kosten, Recht und Gerechtigkeit für frühe Warner und späte Opfer, Spannungsfeld zwischen Vorsorge und Innovation; Konsequenzen für Wissenschaft, Regierung, öffentliches Engagement. - Todesfälle und Umweltschäden hätten vermieden werden können, wären die ersten Warnsignale ernst genommen worden. Die Forschungsfinanzierung, bisher auf bekannte Schadstoffe konzentriert, sollte die unbekannten Risiken in den Fokus nehmen. Die Risikoabschätzung sollte durch einen breiteren Ansatz, der Komplexität der biologischen und ökologischen Systeme gerecht wird, realitätsnäher werden. Entscheidungen für Handeln ohne Prävention gehen häufig die Wirtschaft zurück; die allgemeine Öffentlichkeit sollte stärker in Vorsorgeentscheidungen einbezogen werden. [Ersteintrag in der VAB: 08.05.2013]

Späte Lehren aus frühen Warnungen : das Vorsorgeprinzip 1896-2000
Hrsg. d. dt.spr. Ausg.: Umweltbundesamt ; Hrsg. d. engl.spr. Originalausg.: Europäische Umweltagentur. Red.: Poul Harremoes ... - Berlin, 2004. - V, 235 S.
Literaturangaben

Fallstudien zum Vorsorgeverhalten der politischen Entscheidungsträger im Umgang mit Risiken für die Gesundheit der Bevölkerung und die Umwelt in Europa. Zeigen, daß Reparatur und Nachsorge keine Alternativen zur Vorsorge darstellen. Zur schwierige Abwägung des Für und Wider von Prävention oder politischer Untätigkeit. Politischer Handlungswillen erweist sich als ausschlaggebender als die Verfügbarkeit verläßlicher Informationen zum möglichen Risiko. Schlußfolgerungen für die Zukunft. - Die Fallstudien beschreiben jew. den Hergang von den ersten Warnungen über die Reaktionen von Industrie und Regierung, das Schadensausmaß, die daraus zu ziehenden Lehren: Meeresfischerei; ionisierende Strahlung, Röntgenstrahlung, radioaktive Materialien, medizinische Radiologie; Benzol als Lösungsmittel und im Benzin; Asbest; polychlorierte Biphenyle (PCB); Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW), Zerstörung der Ozonschicht; synthetisches Östrogen Diethylstilboestrol (DES); Antibiotika als Wachstumsförderer; Schwefeldioxid; Methyltertiärbutylether (MTBE) als Ersatz für Blei in Ottokraftstoffen ("Klopfbremse"); Chemikalienkontamination großer Seen (PCB, DDT und verwandte Pestizide); Anstriche von Booten und Schiffen mit TBT-Farben (Tributylzinnverbindungen); Steroidhormone (östrogener Wachstumsförderer); Rinderwahnsinn (Bovine spongiforme Enzephalopathie - BSE). [Ersteintrag in der VAB: 28.04.2013] [VAB-Eintrag aktual.: 10.06.2014]

TAB-Briefe
Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag. - Berlin
Erscheint zweimal jährl. - 1991 -

Beschreibung 21.08.2000: Ergebnisse aus den Arbeitsbereichen und Projekten des TAB. Zum Arbeitsprogramm des TAB gehören die Durchführung von Projekten der Technikfolgen-Abschätzung sowie im Rahmen von Monitoring-Aktivitäten die Beobachtung wichtiger wissenschaftlich-technischer Trends und damit zusammenhängender gesellschaftlicher Entwicklungen. TAB 1999,17 enthält einen Beitrag zur Geschichte der Technikfolgen-Abschätzungs-Konzepte, die auseinanderstrebende konzeptionelle Verständnisse und eine Ausweitung und Ausdifferenzierung der TA-Praxis hervorgebracht hat. Ursprünglich ein Instrument der Politikberatung wurde mittlerweile der Adressatenkreis über die Politik hinaus ausgedehnt. [Ersteintrag in der VAB: 21.08.2000] [VAB-Eintrag aktual.: 27.11.2014]

 

Homepage: http://www.virtuelleallgemeinbibliothek.de

Oben Ersterstellung: 22.08.1999. Letzte Aktual.: 18.06.2016. © Ingrid Strauch 1999/2016