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Pädagogik und Bildungswesen   > Allgemeines > Grundlagen
Grundlagen  

- Pädagogik / Grundlagen -

Der Beitrag der historischen Reformpädagogik zur gegenwärtigen Diskussion um Schule und Erziehung ; Vortrag auf der internationalen Konferenz "Alternative Bildung - Theorie, Praxis, Dilemmata" der Universität Lodz, 14.-16. April 2005
Hein Retter. Institut für Allgemeine Pädagogik und Technische Bildung, Technische Universität Braunschweig. - Braunschweig, 2005. - 12 S.
3 Anm., 18 Lit.

"Reformpädagogik", international "Neue Erziehung" (New Education, Education Nouvelle), Sammelbezeichnung für die pädagogischen Aufbruchbewegungen, die sich im ersten Drittel des 20. Jh. unter dem Leitgedanken einer Erziehung "vom Kinde aus" in Abkehr von der "pädagogischen Diktatur" der Schule des 19. Jh. ausbreiteten und heute noch in "Alternativschulen" von Bedeutung sind. Gemeinsam sind den vielfältigen Richtungen die Anliegen der Förderung von Selbstätigkeit, Kreativität und Kindesinteressen sowie der Schule als Lebensstätte, in der sich die Schüler ihren individuellen Voraussetzungen gemäß selbstätig und in Gemeinschaft bilden. In den 70er Jahren Abkehr von reformpädagogischen Ideen hin zum wissenschaftsorientierten Unterricht. Heute liegt der Fokus in Deutschland auf der Verbesserung der Unterrichtsqualität und Sicherung nationaler Bildungsstandards, international aber ebenso auf der Frage nach den Kriterien der "guten" Schule. - Ziele, Wertvorstellungen, bleibender Ertrag der historischen Reformpädagogik. Kritik deren Grundsätze aus heutiger Sicht, betrifft insbes. die Frage der steuernden Funktion der Pädagogen, die postulierte Zeitlosigkeit der Grundsätze, die Vernachlässigung der Bildungs- und Curriculumtheorie sowie des Aspekts des gesellschaftlichen Bedarfs an bestimmten Bildungsprofilen. Der Beitrag der Reformpädagogik zur Beantwortung der Frage nach der "guten Schule", Merkmale einer reformpädagogischen Schule. - Die Regelschule hat die Reformpädagogik nicht umgesetzt. Dennoch zeichnen die pädagogischen Gegenbewegungen inkl. der "antiautoritären Erziehung" und "Antipädagogik" der 70er und 80er Jahre langfristige Auswirkungen. [Ersteintrag in der VAB: 17.07.2014]

Grundlagen der erziehungsfreien Lebensführung
Hubertus von Schoenebeck. - Münster, 1997
Nach dem Aufkommen der Kinderrechtsbewegung und der postpädagogischen Strömung in der Wissenschaft legte d. Verf. gemeinsam mit Jans Bonte 1978 ein Konzept erziehungsfreier Theorie und Praxis vor: "Freundschaft mit Kindern" und "Unterstützen statt Erziehen", basierend auf einer "Amication" genannten Weltsicht, die auf dem tief verwurzelten Gefühl(!) ruht, daß die anderen Menschen einem selbst gleichwertig sind. Mit diesem Menschenbild und der Hypothese, daß Menschen von Geburt an das eigene Beste selbst spüren können, bezieht die Amication eine radikale Gegenposition zu der gegenteiligen Hypothese der Pädagogik. Als Erkennungsmerkmal pädagogischen Denkens definiert sie die Haltung des "Ich bin für dich verantwortlich", die nachhaltige Auswirkungen auf das Selbstvertrauen des Kindes, sein Vertrauen in und seine Beziehung zu anderen Menschen hat. Der Unterschied zwischen dem postpädagogischen und pädagogischen Erwachsenen liegt, wie anhand von Alltagssituationen und mit den Wirkungen auf das Kind illustriert wird, auf der Gefühls-, nicht der Handlungsebene. Der Erwachsene trägt Verantwortung zuallererst für sich selbst, seine Kommunikation mit dem Kind ist von Empathie getragen. Das postpädagogische Denken ermöglicht dem jetzt Erwachsenen, sich von den Deformationen zu befreien, die er durch die selbst erlittene pädagogische Erziehung erfahren hat. Der Prozeß, sich wieder zur Selbstverantwortung bekennen zu lernen, löst Ängste aus und mündet in Befreiung. Durch die pädagogische Erziehung wird das Kind (und der spätere Erwachsene) in egoistische Bahnen gelenkt, die ihm selbst und den anderen schaden. (VAB) [Ersteintrag in der VAB: 03.02.2001] [VAB-Eintrag aktual.: 26.05.2007]

Autorenreferat, Langfassung, zu: Schule mit menschlichem Antlitz : Realität und Vision
Hubertus von Schoenebeck. - Münster : Schoenebeck, 2001. - 152 S. - ISBN 3-923345-09-7
Hubertus von Schoenebeck hat ein revolutionäres Buch vorgelegt, um die Freude am Lernen und Lehren wiederzufinden. In einem weitgefaßten Spektrum fächert er die vergessene und dunkle Seite der Schule auf und befaßt sich mit dem kulturellem Imperialismus der Schule, der Entmündigung der Eltern, der Mutlosigkeit der Lehrer und dem vielfältigen Leid der Kinder. Seine radikale und ungeschminkte Kritik und Analyse ist dabei stets achtungsvoll. Er lädt zum Innehalten und Nachsinnen ein und zeigt Wege, mit denen sich das Leid aller Betroffenen verringern läßt: Er macht praktikable Vorschläge für Eltern, wie sie im Umgang mit der Schule Streß abbauen und ihre Kinder entlasten können. Die Lehrer ermutigt er zu einem veränderten Selbstverständnis, durch das sie zu neuer Selbstakzeptanz gelangen. Seine Schultagebuchauszüge enthalten viele konkrete Tips, wie sich Kinderfreundlichkeit und Unterricht in eine gute Balance bringen lassen. Ein wahrhaftiges Buch, nicht nur für den Augenblick geschrieben, ein Buch voller Ideen, Tiefe, Einfühlung, Mut, Traum, Hoffnung und konkreter Hilfe. Für Eltern, Lehrer, Pädagogen, Psychologen, erwachsen gewordene Schulkinder. (Autorenreferat, Kurzfassung) [Ersteintrag in der VAB: 03.02.2001]

Die Entwicklung in der Pädagogik seit Beginn der siebziger Jahre
by W. Schmidt-Sichermann. Lehrstuhl Allgemeine Pädagogik der Universität Bamberg. - Last change january 1998. - Bamberg, 1998
31 Lit.
Bibliogr. Beschreibung 01.02.2001 anhand der Ausg. unter www.uni-bamberg.de

Kursorischer Überblick über die Entwicklungsetappen. Wandlung von einer philosophisch-, hermeneutisch-, pragmatischen Disziplin zu einer forschungsorientierten Sozialwissenschaft. - Differenzierung in Disziplinen wie Schulpädagogik, Bildungsökonomie, Berufspädagogik, Erwachsenenbildung, Sozialpädagogik, vergleichende Erziehungswissenschaft usw.. - Kritische Erziehungswissenschaft als Folge der 68er Schüler- und Studentenprotestbewegung und wissenschaftlich orientierter Bewegungen wie v. a. der Frankfurter Schule der Kritischen Gesellschaftstheorie. - Ende der 60er Jahre "Emanzipation" als zentrales Thema, antiautoritäre Erziehung. - Einfluß der Humanistischen Psychologie, die letztendlich auch eine Reaktion auf den Wandel von einem optimistischen zu einem pessimistischen Zeit- und Lebensgefühl darstellt, in den 70er Jahren, neue Ansätze (schülerzentrierter Unterricht) als Antwort auf die Krise der spätkapitalistischen Industriegesellschaften. - Neue konservative Bewegung gegen die "Pädagogik der Neuen Linken" und "Antipädagogik" als radikale Gegentheorie. - "Neue Unübersichtlichkeit" (Habermas) in den 80er Jahren vor dem Hintergrund einer negativ besetzten Zukunft und generellen Ratlosigkeit. Jetzt deutet sich mit "Postmoderne" ein Absetzen von der jüngsten Vergangenheit an, geprägt von schnellem gesellschaftlichen Wandel. (VAB) [Ersteintrag in der VAB: 01.02.2001] [VAB-Eintrag aktual.: 30.12.2012]

p@psych e-zine : das erste pädagogisch-psychologische e-zine im internet
Hrsg.: Werner Stangl. Johannes Kepler Universität Linz, Institut für Pädagogik und Psychologie, Abteilung für Pädagogik und Pädagogische Psychologie. - Linz
1 (1996) -

Die Beiträge werden vom editorial board begutachtet. Gewünscht werden im Interesse kreativer Nutzung des Internets Beiträge, die nicht in gleicher oder ähnlicher Form auch in traditionellen Printzeitschriften erscheinen könnten. Enthält Fachbeiträge, Projektvorstellungen, Rezensionen. [Ersteintrag in der VAB: 27.12.2000]

Gestaltpädagogik und Erwachsenenbildung
Olaf-Axel Burow. Universität Gesamthochschule Kassel, Lehrstuhl für Allgemeine Pädagogik. - Kassel, 1999. - 24 S.
35 Lit.
Erschienen in: Lexikon der Gestalttherapie. - Göttingen : Hogrefe

Die Gestaltpädagogik, Teil der Humanistischen Pädagogik, resultiert aus Versuchen in den 70er Jahren, Konzepte der Gestalttherapie auf die Pädagogik zu übertragen. Sie versucht, persönlich bedeutsame Lernvorgänge zu fördern, will routinisierte Verhaltens- und Wahrnehmungsmuster, die den Kontakt mit der jeweiligen Situation in unangemessener Weise unterbrechen können, herausfinden und bewußt machen. Will den Einzelnen befähigen, in personen-, situations- und gegenstandsangemessener Weise eine dynamische Balance zwischen den Ebenen Ich (Einzelner), Wir (Gruppe), Es (Thema), Globe (Um- und Mitwelt) zu finden. Berücksichtigt anknüpfend an das gestalttherapeutische Konktaktmodell idealtypisch vier Lernphasen: Ankommen im Hier-und-Jetzt (Vorkontakt), Klärung der Bedürfnisse hinsichtlich der Auseinandersetzung mit dem Lerngegenstand (Kontakt), intensiver Kontakt mit dem Lerngegenstand (Kontaktvollzug), eigene Veränderung durch den Kontaktvollzug (Nachkontakt). Anwendungsbereiche: Lehrer- bzw. Pädagogentraining, Unterrichts- bzw. Seminarkonzept, Organisationsentwicklung ("lernende Organisation"). Wirkungen gestaltpädagogischer Fortbildung: Differenzierung und Wechsel von Leitmotivkomplexen; Entwicklung einer personenzentrierten Haltung, neuer Dimensionen der Personenwahrnehmung; Prävention und Überwindung von Burnout. Umrisse einer Theorie Kreativer Felder, in der die Perspektive der Gestaltpädagogik liegen kann. (VAB) [Ersteintrag in der VAB: 06.05.2000] [VAB-Eintrag aktual.: 06.01.2013]

Methodische Grundlagen der Erziehungswissenschaft
Werner Stangl. Johannes Kepler Universität Linz, Institut für Pädagogik und Psychologie, Abteilung für Pädagogik und Pädagogische Psychologie. Die Gliederung und wesentliche Teile stammen aus dem Vorlesungsskriptum "Methodologie" von Hubert Stigler. Universität Graz. - Linz, 1997. - Ill. - (Werner Stangls Arbeitsblätter)
Einführung in die Wissenschaftsmethodik und in wissenschaftstheoretische Ansätze verschiedener Schulen. Grundlagen der empirischen Erziehungswissenschaft (empirische Sozialforschung, Durchführung von Forschungsprojekten, Forschungsformen, Methoden der Datenerhebung). (VAB) [Ersteintrag in der VAB: 04.12.1999]

 

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Oben Ersterstellung: 22.08.1999. Letzte Aktual.: 31.07.2014. © Ingrid Strauch 1999/2014 |